Prostatakarzinom

Es ist das häufigste diagnostizierte Karzinom des Mannes über 40 Jahren. Wahrscheinlich sterben mehr Patienten mit einem diagnostizierten als an einem Prostatakarzinom. Nicht jedes Prostatakarzinom schränkt somit den Lebenskomfort oder die Lebensdauer ein. Die Diagnostik basiert auf der rektalen Untersuchung, sowie der Bestimmung des prostataspezifischen Antigens (PSA) im Blut, und bei Verdacht auf der Biopsie. Das PSA wird nur durch Prostatazellen produziert. Erhöhte Werte finden sich bei Karzinom, benigner Prostatahyperplasie und Prostatitis. Das Antigen ist somit nicht karzinomspezifisch und hat nur eine limitierte Aussagekraft. Eine rektale Untersuchung erhöht das PSA im Serum nur unwesentlich. Jeder auf Karzinom verdächtige Palpationsbefund soll unabhängig vom PSA-Wert durch Feinnadelbiopsie abgeklärt werden, sofern sich therapeutische Konsequenzen ergeben. Bei normalem Rektalbefund und nur geringgradig erhöhten PSA-Werten (PSA 4 - 10 ng/ml) beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Prostatakarzinom vorliegt, rund 30%. In diesem Falle ist auch bei unverdächtigem Palpationsbefund die Biopsie angezeigt, sofern eine therapeutische Konsequenz vorliegt. Therapeutisch steht die radikale Prostatektomie im Vordergrund, welche jedoch nur bei einer Lebenserwartung von über 10 Jahren sinnvoll ist. Bei PSA-Werten zwischen 4 und 10 ng/ml ist eine jährliche Wiederholung des PSA sowie die rektale Untersuchung empfehlenswert.